Antrag - Aufarbeitung von Schicksalen ehemaliger Heimkinder

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover

Hannover, 27.05.2009

In die Ratsversammlung (am 11.06.09)

A N T R A G
gemäß § 10 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover

Aufarbeitung von Schicksalen ehemaliger Heimkinder

Antrag beschließen,

die Verwaltung wird beauftragt, mit Einrichtungsträgern und falls möglich unter Beteiligung von Betroffenen, ein Vorgehen zur Aufarbeitung von Schicksalen ehemaliger Heimkinder abzustimmen und das Ergebnis dieser Beratung bis zu den Herbstferien 2009 den zuständigen Gremien des Rats vorzulegen und bis Sommer 2010 umzusetzen.

Miteinbezogen werden sollen Formen der öffentlichen Darstellung der Rechercheergebnisse. Dies könnte z. B. eine Ausstellung im Historischen Museum, eine Broschüre oder ähnliches sein.

Begründung:
Die Schicksale ehemaliger Heimkinder beschäftigt derzeit die Kinder- und Jugendpolitik auf unterschiedlichen Ebenen. Auf Bundesebene hat sich ein runder Tisch gebildet, der neben der Aufarbeitung auch die Frage der Entschädigung bearbeitet.
Auf der Landesebene in Niedersachsen hat das Sozialministerium eine Hotline eingerichtet, ein weiteres Vorgehen mit dem Thema ist noch unklar.

Die Betroffenen haben den starken Wunsch, Ereignisse aufzuarbeiten und mit ihren Erlebnissen wahrgenommen zu werden. Das Schicksal, das Leiden, aber auch das Verbrechen, das Heimkindern in Teilen widerfahren ist, darf nicht länger verschwiegen werden und sollte auf der kommunalen Ebene ebenfalls angegangen werden. Der öffentliche, aber auch die freien Träger haben eine moralische Verantwortung zum Umgang mit diesem sensiblen Thema.

Christine Kastning Michael Dette
Fraktionsvorsitzende Stellv. Fraktionsvorsitzender