05.03.2018 - Antrag - Hannover blüht was

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
Fraktion Bündnis 90/Grüne im Rat der Landeshauptstadt Hannover

FDP-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover 

In den
- Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen
- Verwaltungsausschuss

05.03.2018

Antrag
gemäß § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover

Hannover blüht was

zu beschließen:

Die Verwaltung der Stadt Hannover wird gebeten, den Ratsgremien Vorschläge zu unterbreiten, die

  • eine Optimierung des Mahdregims sowie Ausgestaltung mit heimischen Blühpflanzen auf allen öffentlichen Flächen und aller Randstreifen (insbesondere Weg-, Fließgewässer- und Waldränder) vorsieht,
  • Eine Flächenverfügbarkeit zur Ersteinrichtung von neuen Blühflächen jedweder Art darlegt,
  • Die Möglichkeiten der Freiraumplanung und Bauleitplanung zur optimalen Nutzung als Blühflächen aufzeigt.
  • Kooperationspotenziale zwischen Wirtschafts- und Sozialpartnern mit der Stadt Hannover zur Verbesserung der Lebensräume für Insekten beinhalten,
  • Änderungen bestehende Pachtverträge/anstehender Pachtverträge zur Verbesserung der Blühaspekte darlegt.
  • die optische Aufwertung von Frei- und Randflächen des Stadtgebietes in der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger präsentiert.

Begründung:
Die öffentliche Diskussion um das zunehmende Insektensterben ist allgegenwärtig. Die Ausprägung der Insektenvielfalt ist ein Spiegelbild des Blütenangebots in unserer Umwelt. Gleichwohl sind Insekten essentielle Bestäuber in unseren Freiflächen und Gärten. In unseren Breiten werden rund 88% der Blütenpflanzen durch Insekten bestäubt. Insekten stellen oftmals den Beginn der Nahrungskette dar. So ernähren sich Zugvögel wie Nachtigall, Rauchschwalbe oder Mauersegler vornehmlich von Insekten.

Der dramatische Rückgang macht sich zunehmend auch in urbanen Räumen wie  Hannover bemerkbar. Am Beispiel der auffälligen Tagfalter wird deutlich, dass sie auf öffentlichen Flächen im Sommer kaum noch anzutreffen sind. Es kommen im Stadtgebiet fast ausschließlich Ubiquisten vor, wie Weißlinge oder Tagpfauenaugen vor. Die typischen Waldtagfalterarten wie der Große Schillerfalter oder der Eisvogel sind aus den einstigen stabilen Beständen der Hannoveraner Wälder vollkommen verschwunden. Tagfaltervorkommen eignen sich gut als Indikator für die gesamte Insektenvielfalt. Auch der Lebensraum Wald wird zunehmen aus entomologischer Sicht artenärmer. Hannover besitzt über eine Vielzahl öffentlicher Flächen auf denen Verbesserungspotenziale im Sinne der Insektenfauna zu heben sind. Diese gilt es zu organisieren.

Christine Kastning                 Dr. Freya Markowis                Wilfried Engelke
Fraktionsvorsitzende              Fraktionsvorsitzende              Fraktionsvorsitzender