15.11.2017 - Antrag - Konzept zur Unterstützung von Schulen mit besonderen Herausforderungen

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
FDP-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover

Hannover, 15.11.2017

In den

  • Ausschuss für Schule und Bildung
  • Jugendhilfeausschuss
  • Verwaltungsausschuss

 

Antrag
gemäß § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover

Konzept zur Unterstützung von Schulen mit besonderen Herausforderungen

zu beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt,

  1. eine Übersicht zu erstellen, aus der hervorgeht, in welchen schulischen Bereichen die Landeshauptstadt Hannover bereits mit Angeboten, Projekten und  Kooperationen unterstützend tätig ist und wie hoch die finanziellen Aufwendungen sind,
  2. darauf aufbauend ein Rahmenkonzept und Antragsverfahren zu entwickeln,
  • das antragsberechtigte Schulen identifiziert, deren Schülerschaft
    • ein überwiegend niedriges Kompetenzniveau in der deutschen Sprache,
    • einen überproportional hohen Anteil an sonderpädagogischem und grundsätzlichem Förderbedarf,
    • einen überdurchschnittlich hohen Anteil an einkommensschwachen Familien,
    • einen nennenswerten Anteil an Schülerinnen und Schülern, die schulfernes, bzw. schulverweigerndes Verhalten zeigen, vor höheren Herausforderungen stehen, als andere Schulen, aufweist,
  • das eine Vereinbarung beinhaltet, wie und welche gemeinsam von Schule und Stadt definierten Ziele erreicht werden sollen
  • und wie die Erreichung der vereinbarten Ziele kurz-, mittel-  und langfristig überprüft werden kann,

3. das Konzept sowie eine Übersicht über den daraus abzuleitenden Ressourceneinsatz bis spätestens Ende März 2018 vorzulegen.

Ziel ist, den besonderen Herausforderungen, denen einige Schulen gegenüberstehen, mit adäquaten Unterstützungsmaßnehmen zu begegnen. Dadurch sollen Bildungsungerechtigkeiten so weit wie möglich beseitigt und die betreffenden Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Schulbildungsabschluss erreichen zu können.

Außerdem sollen im Rahmen der Bildungsregion Hannover gemeinsam mit den Schulen und dem Land Ziele, Lösungsansätze und Maßnahmen für die Bearbeitung der über die Aufgabe als Schulträger hinausgehenden Themen, wie beispielsweise der Ausbau des Einsatzes multiprofessioneller Teams und der Schulsozialarbeit sowie der Verstärkung der Sprachförderung, entwickelt werden.

Begründung:
Die Stadt Hannover ist eine wachsende Stadt mit den damit zusammenhängenden Herausforderungen. Seit 2007 setzt sich die Stadt Hannover für den Ausbau der Ganztagsgrundschulen ein, um für gleichberechtigte Bildungschancen zu sorgen. Inzwischen werden 61% aller Grundschulkinder im Ganztag betreut und der Ganztagsausbau wird fortgeführt. Darüber hinaus setzt auch das Investitionsmemorandum 500+ auf den Bereich Bildung und investiert hier 80% der Gesamtsumme und damit rund 416 Mio. Euro.

Im Rahmen dieses Engagements soll das Ziel des angestrebten Konzeptes sein, Schulen, die vor besonderen Herausforderungen stehen, die notwendige Unterstützung zu bieten. Dazu zählt sowohl die unmittelbare Stärkung von SchülerInnen, LehrerInnen und MitarbeiterInnen der Schulen als auch die der Zusammenarbeit der örtlichen AkteurInnen. Hier ist auch das Land Niedersachsen gefordert, unkonventionelle Wege zu ermöglichen, die kurz-, mittel- und langfristig zur Verbesserung der Lebenssituation der Kinder eingesetzt werden können.

Christine Kastning                 Dr. Freya Markowis                Wilfried Engelke
Fraktionsvorsitzende              Fraktionsvorsitzende              Fraktionsvorsitzender