27.10.2017 - Antrag - Prüfauftrag Einsatz von Recycling-Beton im Hochbau

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
Bündnis 90/Die Grünen Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover

FDP-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover

27.10.2017

  • In den Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten
  • In den Verwaltungsausschuss

Antrag
gemäß § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover

Prüfauftrag Einsatz von Recycling-Beton im Hochbau

zu beschließen:
Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten zum Einsatz von Recycling-Beton im Hochbau in der Stadt Hannover zu prüfen, z. B. bei kommunaler Eigenfertigung, über Ausschreibungen bei kommunalen Vergaben, als Vorgabe bei Grundstücksverkäufen. Auch prüft sie Möglichkeiten für Beratungen bezüglich Baustoff-Recycling im Allgemeinen und Verwendung von Recycling-Beton im Speziellen, z. B. über das EinFamilienHaus-Büro oder den BürgerService Bauen.

Begründung:
In der Publikation des Umweltbundesamtes von Februar 2017 "Ressourcenleichte Infrastrukturen in Stadt und Region - Handlungsfelder für eine zukunftsfähige Infrastrukturgestaltung" heißt es: „Der Bausektor gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren überhaupt. Gebäude und Infrastrukturen sind ein ´Rohstofflager´, ihre mineralischen Baustoffe können nach Nutzungsende mittels Recycling neuen oder hergebrachten Nutzungsformen wieder zugeführt werden. Deshalb liegen im nachhaltigen und ressour­censchonenden Hoch- und Tiefbau große Potenziale, die genutzt werden müssen, um die Ressourceninanspruchnah­me in Deutschland zu verringern. … Beispielsweise werden in Zürich alle kommunalen Gebäude mit Recycling-Beton entwickelt.“  

Mit dem neuen Forschungs- und Laborkomplex der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte, das Rhoda-Erdmann-Haus, hat Berlin Neuland betreten. Der Senat hat hier zum ersten Mal ein öffentliches Gebäude mit Recyclingbeton errichten lassen – rund 5.500 Kubikmeter davon wurden insgesamt verbaut. Durch den Einsatz von aufbereitetem Abrissbeton will das Land ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft setzen. (Quelle: http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/recyclingbeton-100.html)

Berechnungen für das Rhoda-Erdmann-Haus haben folgendes ergeben: „Der Einsatz von Recyclingbeton hat 880 Quadratmeter Kiesbaufläche erhalten, 66 Prozent weniger Energie verbraucht und 4,4 Tonnen CO2-Emissionen erspart. Alles spricht dafür, zukünftig mehr mit Recyclingbeton zu bauen. Fazit: Häuser aus Recyclingbeton schonen unsere Umwelt und sind ein sinnvoller Beitrag zur Kreislaufwirtschaft (Quelle ebenda).

Laut Betonhersteller Holcim Süddeutschland ist trotz des großen Recyclingaufwands machbar, den Recyclingbeton zu etwa dem gleichen Preis anzubieten wie Beton aus primären Rohstoffen (Quelle ebenda).

Gemäß den „Ökologischen Standards beim Bauen im kommunalen Einflussbereich“ (Drucksache Nr. 1440/2007) ist einer der bestehenden Standards, dass bei städtischen Gebäuden das Baustoffrecycling gefördert werden soll (siehe Anlage 1, Ziffer 7/Städt. Gebäude).

Christine Kastning                  Norbert Gast                              Wilfried H. Engelke        Fraktionsvorsitzende               stv. Fraktionsvorsitzender            Fraktionsvorsitzender