07.10.2013 - Interfraktioneller Antrag - Entwicklung lokaler Netzwerke für Willkommenskultur

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Landeshauptstadt Hannover
CDU-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
FDP-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
Piraten-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover


In den
- Ausschuss für Integration, Europa und Internationale Kooperation
- Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
- Sozialausschuss
- Organisations- und Personalausschuss
- Verwaltungsausschuss

07.10.2013

Antrag
gemäß § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover

Entwicklung lokaler Netzwerke für Willkommenskultur

zu beschließen:

Wir begrüßen die Initiativen vieler hannoverscher Einwohnerinnen und Einwohner, parallel zum Bau bzw. der Inbetriebnahme von Flüchtlingswohnheimen und -wohnprojekten, lokale Netzwerke für Willkommenskultur aufzubauen.
Parallel zu dem Bau bzw. dem Betrieb von Flüchtlingswohnheimen, soll der Aufbau lokaler Netzwerke für Willkommenskultur initiiert werden. Das Stadtbezirksmanagement kann hierzu den Anstoß für den Aufbau weiterer lokaler Netzwerke geben oder den Aufbau der Netzwerke begleitend initiieren.

In enger Anbindung an die vorhandene soziale Infrastruktur im jeweiligen Stadtteil entsteht so ein Netzwerk, das von bürgerschaftlichem Engagement und Nachbarschaftshilfe getragen wird. In diesen Verbund sollen Stadtbezirksräte, Integrationsbeiräte, MigrantInnenselbstorganisationen, Wohlfahrtsverbände, vorhandene Vereinsstrukturen und Stadtteileinrichtungen sowie die in den Stadtteilen aktiven Religionsgemeinschaften einbezogen werden.

Begründung:
Derzeit leben in Hannover rund 920 Flüchtlinge, nach Vorgabe durch das Land Niedersachsen werden bis Ende September 2013 weitere 350 Menschen hinzukommen. Unter den gegenwärtigen krisenhaften politischen und sozialen Bedingungen in den Ländern insbesondere des Nahen Ostens ist davon auszugehen, dass die Flüchtlingszahlen weiter steigen werden.

Lokale Netzwerke von ehrenamtlichen Unterstützungsinitiativen, die sich in Hannover in einigen Nachbarschaften zu Flüchtlingsunterkünften schon gegründet haben, können als gute Beispiele dienen. Hier haben die Nachbarinnen und Nachbarn vorbildlich bei Behördengängen und Arztterminen Hilfestellungen gegeben und sind den zugewanderten Menschen im noch fremden Alltag eine große Hilfe gewesen. Denkbar ist u.a. die Einbindung der Flüchtlingsheimbewohnerinnen und -bewohnern in örtliche Arbeitskreise, Interkulturelle Spaziergänge, die Vorstellung der Moscheen und Kirchen im Stadtteil, die Beteiligung der Sportvereine oder das Aufzeigen von Beratungsstellen.

Das Ziel der Entwicklung von stadtteilbezogenen Netzwerken für Willkommenskultur ist die Unterstützung des Aufbaus von Kontakten, die die Teilhabe an der sozialen Infrastruktur im Stadtteil ermöglichen. Eine Orientierung bieten die gelungenen Beispiele nachbarschaftlichen Engagements in den Stadtteilen Südstadt, Kirchrode, List Nord-Ost und Oberricklingen.
Ein funktionierendes, lokales nachbarschaftliches Netzwerk fördert den Abbau von Diskriminierung und Fremdheit und sorgt darüber hinaus für ein friedliches Zusammenleben im Stadtteil.

Thomas Hermann Freya Markowis
Stellv. Fraktionsvorsitzender Stellv. Fraktionsvorsitzende
Jens Seidel Wilfried Engelke
Fraktionsvorsitzender Fraktionsvorsitzender
Oliver Förste Dirk Hillbrecht
Fraktionsvorsitzender Stellv. Fraktionsvorsitzender