10.07.2012 - Antrag - EnergieLAB IGS Mühlenberg

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Rat der Landeshauptstadt Hannover


10. Juli 2012

In den
- Schulausschuss
- Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten
- Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen
- Verwaltungsausschuss

Antrag

gemäß § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover
EnergieLAB IGS Mühlenberg

zu beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie es dem EnergieLAB der IGS Mühlenberg ermöglicht werden kann, die derzeitigen schon renovierten Räume weiter zu nutzen sowie baulich zu erweitern. Dabei soll auch geklärt werden, wie hoch die Kosten sein werden und wie dies neue Vorhaben, ohne den Zeithorizont für den Neubau der Schule zu gefährden, in den Vertrag mit der GBH eingebunden werden könnte. Auch die gesamten Folgekosten, wie für Sach- und Personalkosten sollen bei der Prüfung geklärt werden.

Die Prüfung der Verwaltung erfolgt auf Basis eines von der IGS Mühlenberg vorzulegenden inhaltlichen Konzeptes für das EnergieLAB samt der zu erwartenden Bedarfe für den Betrieb, Personal und Sachleistungen. Zudem enthält das Konzept detaillierte Informationen über die unterschiedliche Ausgestaltung des LAB in geplanter bzw. erweiterter Form.
Auch soll eine Abfrage erfolgen, welcher Bedarf zur Nutzung des EnergieLAB von den übrigen Schulen gesehen wird.

Gleichzeitig wird die Verwaltung beauftragt zu prüfen, in wie weit Fördergelder, Zuschüsse und Spenden für das Projekt zur Verfügung stehen könnten.

Begründung:
Die IGS Mühlenberg wünscht sich, in einem bereits sanierten Teilbereich ein eigenständiges regionales Umweltzentrum „Energie-LAB“ zu installieren und über die Grenzen der Schule hinaus zu nutzen. Momentan wird dieser Bereich als naturwissenschaftlicher Unterrichtsbereich genutzt. Er ist vor vier Jahren saniert und technisch neu ausgestattet worden.

Gegenwärtig existiert an der Schule ein gut eingeführtes Schul-LAB mit den Schwerpunkten Energie und Technik, welches weit über den schulischen Bereich hinaus angenommen ist und wirkt. Aktuell können dort mit Unterstützung des Kultusministeriums jährlich ca. 100 externe Gruppen (zu Projekttagen mit Energie-Themen) aufgenommen werden. Damit ist das Schul-LAB an seiner Kapazitätsgrenze angekommen und kann weitere Anfragen bisher nicht bedienen.

Die Stadt Hannover hat einen kompletten Schulneubau in Auftrag gegeben. In einem Teil dieses Neubaus sind 230 qm Fläche für ein neues Schul-LAB vorgesehen. Diese Flächengröße bietet Platz für eine schulische Nutzung sowie für die Betreuung externer Gruppen, die allerdings nicht wesentlich über das bisherige Maß hinausgehen könnte.
Die Erhaltung des sanierten Bereiches mit kleineren Umbauten (drei neue Außenwände, das Dach und eine Außenwand sind saniert) würde einen Flächengewinn von über 650 qm bringen. Das dann separate Gebäude ist aufgrund der baulichen Situation eine einmalige Chance, ein kostengünstiges, komplett mit Laborräumen ausgestattetes großes Energie-LAB für die Stadt und die Region zu schaffen. Eine grobe Schätzung der Architekten geht von einem Kostenvolumen von rund 1000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche aus.
In den physikalisch/technischen Unterrichtseinheiten der Sekundarstufe I findet sich das Thema Energie an vielen Stellen wieder. Erworben werden sollen Kompetenzen für den effizienten Umgang mit Energie. Schulen würden entsprechend qualitativ hochwertige Angebote sicher nachfragen, da an vielen allgemein bildenden Schulen die nötige Ausstattung und das entsprechende „Know how“ nicht vorhanden sind. Ein Projektangebot „Wasserstofftechnologie“ richtet sich auch an den Sekundarbereich II.
Bei allen Angeboten des Energie-LABs steht neben den physikalischen Grundlagen auch immer die Technik der Anwendungen im Fokus – möglichst in einer am Haushaltsbedarf orientierten Größenordnung.
Als außerschulische Angebote wären darüber hinaus in der unterrichtsfreien Zeit (Nachmittags- und Abendstunden, Ferien) u. a. folgende Zielgruppen denkbar: Kindergärten, Senioren, spezielle Energie-Kurse für Migranten und Ferienpassangebote. Sie könnten die Auslastung wesentlich erhöhen - erforderten allerdings eine höhere Personaldecke.
Eine Kapazität von > 500 Gruppen würde entstehen, will man auch Schulen der Region mitbedienen (erfahrungsgemäß werden Fahrzeiten bis 60 Minuten von den Besuchern in Kauf genommen). Sollte eine flächendeckende Versorgung angeboten werden, was für ein regionales Zentrum sein müsste, wären bis zu 1000 Gruppen zu betreuen. Darüber hinaus sind externe Partner wie die Klimaschutzagentur und der VDI (Vdini-Clubs) interessiert, die Räumlichkeiten z.B. für Tagungen und andere Veranstaltungen mit zu nutzen.

Christine Kastning Lothar Schlieckau
Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender