09.12.2010 - Änderungsantrag - Fortschreibung Regionalkonzept "Gemeinsame Erziehung von Kinder mit und ohne Behinderung in Tageseinrichtungen in Hannover" DS 1138/2010

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Landeshauptstadt Hannover


09.12.2010

In den Jugendhilfeausschuss
In den Verwaltungsausschuss
In den Migrationsausschuss
An den Sozialausschuss (zur Kenntnis)

Änderungsantrag gem. § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover

Fortschreibung Regionalkonzept „Gemeinsame Erziehung von Kinder mit und ohne Behinderung in Tageseinrichtungen in Hannover“ DS 1138/2010

zu beschließen:

Die Verwaltung wird beauftragt, bei der Fortschreibung des Regionalkonzeptes „Gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung in Tageseinrichtungen in Hannover“ einen flexiblen, fall- und einrichtungsbezogenen Übergang von der Integration- in die Inklusionsbetreuung einzubeziehen. Dabei ist zu beachten, dass die Inklusion eine Veränderung des Betreuungssystems bedeutet und Reformen auf allen Ebenen nach sich zieht (Pädagogik, Elternarbeit, Träger, Verwaltung, Politik, Gesellschaft).

Begründung:
Die UNESCO Konferenz 1994 in Salamanca hat eine Erklärung über die Inklusion als wichtigstes Ziel der internationalen Bildungspolitik formuliert. Am 26. März 2009 trat die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland in Kraft. Die Konvention ist in der Bundesrepublik Deutschland ein verbindlicher Handlungsrahmen.

Es ist dringend notwendig, diesen gesellschaftspolitischen Ansatz in Deutschland nicht nur besser bekannt zu machen, sondern an seine praktische Umsetzung unter anderem im Elementarbereich zu gehen.

Die Inklusion beruft sich auf die Menschenrechte und fordert, dass Einrichtungen für Kinder den Bedürfnissen in ihrer Gesamtheit gewachsen sein sollen. Kein Kind soll ausgesondert werden, weil es den Anforderungen der Einrichtung nicht entsprechen kann. Im Gegensatz zur Integration will die Inklusion die Kinder nicht den Bedingungen der Einrichtung anpassen, sondern die Rahmenbedingungen an den Bedürfnissen und Besonderheiten aller Kinder ausrichten.

Wegen der übergreifenden Bedeutung des Themas Inklusion halten wir die Erweiterung des Beschlussgremiums um den Migrationsauschuss für geboten.

Christine Kastning Lothar Schlieckau
Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender