18.11.2009 - Änderungsantrag - Wasserkraftanlage an der "Döhrener Wolle"

SPD-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover

Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Rat der Landeshauptstadt Hannover

18.11.2009

In den Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen
In den Stadtentwicklungs- und Bauausschuss
In den Verwaltungsausschuss
In die Ratsversammlung
An den Stadtbezirksrat Ricklingen (zur Kenntnis)
An den Stadtbezirksrat Döhren-Wülfel (zur Kenntnis)

Änderungsantrag
gem. § 34 der Geschäftsordnung des Rates der Landeshauptstadt Hannover
zur Drucksache 2038/2009

Wasserkraftanlage an der „Döhrener Wolle“

zu beschließen:

Der von der Stadtverwaltung als Drucksache 2038/2009 zur Beschlussfassung vorgelegte Antrag zur Unterstützung des Baus einer Wasserkraftanlage im Turbinenkanal an der Döhrener Leineinsel durch die Landeshauptstadt Hannover ist wie folgt zu ändern:

Die Firma AUF Eberlein & Co. GmbH sichert der Landeshauptstadt zu, im Einvernehmen mit der Fischereibehörde beim LAVES die auf die Wasserkraftanlage abgestimmten, fischverträglichsten technischen und organisatorischen Maßnahmen zu ergreifen. Hinsichtlich der technischen Vorrichtungen werden auch Lösungen wie Rollrechen, Horizontalrechen und Fischschutzgitter mit geringer Maschenweite (15 x 8 mm) in Betracht gezogen. Dabei ist dem Lärmschutz für die Anlieger Rechnung zu tragen, z.B. durch eine Abdeckung.

Begründung:
Ziel moderner Energiepolitik ist die Nachhaltigkeit. Nachhaltig in dem Sinne, das die Energieerzeugung zu keiner Beeinträchtigung anderer schützenwerter Güter führt. Schützenwerte Güter sind umfassend zu verstehen und beinhalten neben dem Schutz für Fauna und Flora auch die für Menschen wichtigen und notwendigen Lebensbedingungen. Mit der in diesem Antrag geforderten Ergänzung ist aus heutiger Sicht allen Belangen Rechung getragen. Da Wasserkraftanlagen häufig erhebliche Schäden an Fischen, insbesondere an abwandernden Aalen, Lachs- und Meerforellensmolts (junge Lachse oder Meerforellen auf ihrer ersten Reise ins Meer) verursachen, fordern wir den Einsatz der fischverträglichsten technischen und organisatorischen Maßnahmen beim Bau der neuen Wasserkraftanlage an der „Döhrener Wolle“. Bei einer neuartigen Rollrechenanlage werden beispielsweise alle am Rechen ankommenden Fische und anderen Wassertiere von den aufmontierten Schöpftaschen erfasst und von dem Rechenband mit einer Maschenweite von 15 x 8 mm über den oberen Rand der Staustufe transportiert und verletzungsfrei in das Flussunterwasser geführt. Diese Methode wird bereits an der Lahn erfolgreich genutzt und wird von den dortigen Fischereiinteressenverbänden befürwortet. Da sich aber Fischschutzanlagen nach den bisherigen Erkenntnissen als eine neue Lärmquelle erweisen können, ist bei den weiteren Planungen die Lärmvermeidung neben dem optimalen Fischschutz ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Technik.

Christine Kastning Lothar Schlieckau
Fraktionsvorsitzende Fraktionsvorsitzender