"Kultur ist ein Motor für Wandlungsprozesse." – Veranstaltung der SPD-Ratsfraktion zur Kulturhauptstadt

Foto: SPD-Ratsfraktion Hannover
 

„Wir machen das!“, war das einhellige Votum auf einer Veranstaltung der SPD-Ratsfraktion am 8. November, die sich in Anlehnung an Kurt Schwitters unter dem Motto „Vorwärts nach weit?“ mit der Bewerbung Hannovers als Europäische Kulturhauptstadt 2025 befasste.

 

Unter der Moderation der früheren Kulturdezernentin Marlis Drevermann diskutierten Pia Leydolt-Fuchs von der Agentur Cap.CULT, Matthias Görn vom Freundeskreis Hannover und der Redakteur Jan Sedelies mit 60 Gästen über die Frage, ob Hannover „Kulturhauptstadt könne“, warum die Stadt sich bewerben solle und was damit erreicht werden solle.

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Die Podiumsteilnehmer (v.l.n.r.): Matthias Görn (Vorsitzender Freundeskreis Hannover), Pia Leydolt-Fuchs (CaP.CULT - Agentur für Kulturhauptstadtvermittlung), Jan Sedelies (Redakteur) und Marlis Drevermann (stellv. Vorsitzende Kulturforum der Sozialdemokratie in der Region Hannover)

Pia Leydolt-Fuchs, die u.a. die erfolgreichen Bewerbungen Linz‘ und Marseilles als Kulturhauptstädte unterstützt hatte, warb für die Bewerbung: „Es ist unglaublich, wie sich das Leben einer (Kulturhaupt-)Stadt verändert.“ Kultur sei ohnehin ein Motor für Wandlungsprozesse, erklärte Matthias Görn: „Davon erleben wir zurzeit eine ganze Menge“, und insofern käme eine Bewerbung als Kulturhauptstadt zur richtigen Zeit.

Jan Sedelies, der als Poetry Slammer in Essen 2010 mit dabei war, bezeichnete das Vorhaben einer Bewerbung als „Idee, die Lust macht und die hoffentlich vor allem viele junge Leute ansteckt mitzumachen“.

Unterstrichen wurde in der Diskussion, wie wichtig die Einbindung der gesamten Stadtgesellschaft in die Bewerbung sei. Es bedürfe generationenübergreifender, integrierender und zur Teilhabe motivierender Projekte für die Bewerbung, sei bereits vor wenigen Wochen in der Auftaktrunde des Kulturhauptstadtbüros formuliert worden, führte dessen Leiterin Melanie Botzki aus.

Eine weitere Forderung aus dieser Veranstaltung unter dem Titel „Ausnahmezustand“ wurde auch hier erneut erhoben, die nach dem öffentlichen Raum für Kultur in der Stadt. Es bedürfe eines Raumes in der (Innen-)Stadt zur Entfaltung, in den sich die gesamte Stadtgesellschaft einbringen könne und wo sie sich aufgehoben fühle, so Heiko Heybey.

Nachhaltigkeit fordert die Europäische Kommission ohnehin als eines der Kriterien für die Bewerbung, doch nur Nachhaltigkeit könne auch die Begeisterung der gesamten Stadtbevölkerung für das Vorhaben wecken, meinte die Künstlerin Mansha Friedrich. Dann sei das auch ein Projekt für die nächsten Generationen. Pia Leydolt-Fuchs ergänzte, wenn man den gesamten Prozess vom Anfang bis zu dem Kulturhauptstadt-Jahr selbst ernstnähme, dann gewönne man bereits Nachhaltiges.

Die Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt sei durchaus eine große Herausforderung; allerdings solle Hannover davor nicht zurückschrecken, so der Tenor der Diskussion. „Wir sollten die guten Ideen feiern“, meinte Jan Sedelies, und Matthias Görn ergänzte: „Wir sollten den Mut aufbringen und uns gemeinsam auf den Weg machen.“ Das Aufbruchssignal müsse allerdings der Rat der Landeshauptstadt setzen, indem er beschließe: „Wir machen das!“

„Das werden wir tun“, versprachen die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Belgin Zaman, wie auch die Fraktionsvorsitzende Christine Kastning und kündigten für das kommende Jahr weitere Veranstaltungen zum Thema an.