Ein mutiger Schritt: Hannover setzt eigene Standards bei der Flüchtlingsunterbringung.

Christine Kastning, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt HannoverFoto: SPD-Ratfsraktion Hannover
 

Als einzige Stadt in Niedersachsen hat sich die Stadt Hannover eindeutige Standards bei der Flüchtlingsunterbringung gegeben. Das bewährte Drei-Säulen-Modell wird in der Gesamtbetrachtung um das hannoversche Integrationsmanagement erweitert und um die Unterbringung in Notunterkünften ergänzt. Die umfassende Darstellung der Standards schafft Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber dem Land Niedersachsen.

 

Christine Kastning, Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt Hannover: „Wir sehen die umfassende Beschreibung der Standards unter dem Blickwinkel `Tue Gutes und sprich darüber´! Mir ist in Niedersachsen keine Stadt bekannt, die sich trotz des zeitweise enorm hohen Drucks, die geflüchteten Menschen unterzubringen, auf einen Standard beruft, der eine würdige Unterbringung zum Ziel hat.“ So sei die Einquartierung in Zelten vermieden worden. Zukünftig sollen keine Flüchtlinge in den städtischen Turnhallen untergebracht werden – ein eindeutiges Signal an den Schul- und Vereinssport. „Die Unterbringung in den Turnhallen war eine Notlösung. Wir wollten niemanden im Freien schlafen lassen. Die Situation hat uns sehr bedrückt“, so Kastning. Die Obergrenze von 800 Personen solle bei Notunterkünften nur in Ausnahmefällen erreicht werden, grundsätzlich gelte die Annäherung an die Standards, die Rot-Grün mit dem Drei-Säulen-Modell markiert habe.

Die SPD-Fraktion begrüße, dass mit den vorgelegten klaren Richtlinien der Betreuungsschlüssel für alle Unterkünfte festgeschrieben würde. Fraktionsvorsitzende Kastning: „Damit nehmen wir die besondere Verantwortung gegenüber den Menschen wahr. Gegenüber denen, die wir unterbringen, und gegenüber denen, die im Umfeld wohnen. Die Menschen brauchen einen ersten Ansprechpartner.“

Besonders positiv bewertet Kastning das Konzept des Integrationsmanagements, das einerseits die Sozialarbeit der Betreiber in den großen Unterkünften ergänzt und andererseits die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe unterstützt: „Diese besondere Form der sozialen Arbeit ergänzt die Bemühungen der MitarbeiterInnen in den Unterkünften auf besondere Weise. Wir begünstigen damit die Voraussetzungen für eine gelingende Integration“, so Kastning weiter.

Die Fraktionsvorsitzende befürwortet das Signal, das von der Veröffentlichung eigener Maßstäbe für die Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadt Hannover ausgehe, und betont mit Blick auf die vergangenen Monate: „Wir werden unseren Verpflichtungen zur Unterbringung von Flüchtlingen nachkommen – zu Standards, die durch den Rat befürwortet werden.“