SPD-Ratsfraktion begrüßt Votum des Beirats zur Umbenennung des Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes

Christine Kastning, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Hannover
 

„Eine gute und kluge Entscheidung“ nennt die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Christine Kastning, das Votum des Beirates zur wissenschaftlichen Betrachtung von namensgebenden Persönlichkeiten zur Umbenennung des Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platzes.

 


„Der Beirat hat gute Arbeit geleistet“, meint Christine Kastning. Die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion bekundet den Mitgliedern des Beirates Respekt: „Der Beirat hat unter erheblichem öffentlichen Druck gestanden. Dass die Entscheidung zur Umbenennung des Platzes erst jetzt gefallen ist, zeigt, dass die Beiratsmitglieder sich davon nicht beeindrucken ließen. Wir begrüßen diese Entscheidung.“

Für die Landeshauptstadt sei es wichtig und richtig, kritisch mit den namensgebenden Persönlichkeiten umzugehen, erklärt Kastning. Ungeachtet der Verdienste, die Hinrich Wilhelm Kopf sich zweifellos als erster Ministerpräsident Niedersachsens erworben habe, gehöre zu einer Bewertung seiner Person auch seine Biografie vor 1945. Da der spätere sozialdemokratische Ministerpräsident sich zum Handlanger der nationalsozialistischen Diktatur gemacht habe, könne man seiner nicht durch die Benennung eines Platzes gedenken.

Mit einer Tafel, die auf den bisherigen Namen des Platzes verweist und den Hintergrund der Umbenennung darlegt, fördern wir die kritische Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, zu der auch die Ambivalenz gehört, wie sie in der Biografie Hinrich Wilhelm Kopfs deutlich wird.“ Insofern sei es auch nachvollziehbar, Kopfs letzte Ruhestätte, ein Ehrengrab auf dem Stöckener Friedhof, mit einer Informationstafel zur kritischen Auseinandersetzung mit der Biografie Hinrich Wilhelm Kopfs auszustatten.

Allerdings müsse man sich jetzt Gedanken um die Umbenennung der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule in Kleefeld machen, ergänzt die Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion: „Wir können doch keine Demokratieerziehung unter dem Namen eines Mittäters des NS-Regimes verantworten.“

Die SPD-Ratsfraktion wird das Votum des Beirates noch ausführlich diskutieren und die Auseinandersetzung der hannoverschen Sozialdemokratie mit Kopf befördern.