Dokumentationsstelle zur hannoverschen NS-Geschichte würde Lücke schließen

Belgin Zaman
 

Die SPD-Ratsfraktion unterstützt die Suche nach einem Ort, an dem die Geschichte Hannovers während des Nationalsozialismus nachvollzogen werden kann. „Das Thema ist hochaktuell. Gerade ist eine Delegation des Rates in Theresienstadt, um dort eine Gedenktafel für die 499 Hannoveraner zu enthüllen, die im Konzentrationslager ermordet wurden“, sagt Belgin Zaman, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion. „Es ist Zeit, in Hannover eine Dokumentations- und Bildungsstelle einzurichten.“

Belgin Zaman will entsprechende Planungen vorantreiben: „Wir brauchen einen Ort, an dem die NS-Geschichte Hannovers dokumentiert wird und der auch als Bildungseinrichtung für Schüler dienen kann.“ Das Ziel der kulturpolitischen Sprecherin ist, dabei möglichst viele Menschen, Institutionen und Unternehmen mitzunehmen. „Ich glaube, dass eine Dokumentationsstelle unsere Diskussionen und Pläne rund um die Erinnerungskultur in Hannover unter anderem mit der Gedenkstätte Ahlem und dem Denkmal für den unbekannten Deserteur sehr sinnvoll ergänzen würde. Das sehen auch andere so“, sagt Zaman mit Verweis auf aktuelle Zeitungsberichte.

Die hannoversche Dokumentations- und Bildungsstelle würde dabei eine lange bestehendes Defizit beseitigen, so die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion: „Ende 2004 hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition wider besseren Wissens und gegen viele Proteste die niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung geschlossen. Zumindest für Hannover könnte ein Teil dieser Lücke geschlossen werden.“

Als eindeutige Anforderungen an den Ort für die Dokumentationsstelle formuliert Belgin Zaman zwei Bedingungen: „Möglichst zentral und gut erreichbar.“ Zaman will in den nächsten Wochen mit möglichen Beteiligten das Gespräch suchen.