Hannover City 2020 vor abschließendem Wettbewerb | Rot-Grün zieht positive Bilanz nach letzter Runde des öffentlichen Stadtentwicklungsdialogs

 

Auf Initiative der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen hatte der Rat der Landeshauptstadt Hannover 2006 beschlossen, in der bis 2011 laufenden Ratsperiode einen Ideenwettbewerb zur Zukunft der hannoverschen Innenstadt durchzuführen. Die rot-grüne Koalition im Rat der Landeshauptstadt Hannover nimmt den gestrigen (Mittwoch) Abschluss des Öffentlichkeitsbeteiligungsprozesses mit dem letzten Innenstadtforum im Sprengel Museum unter dem Motto „Die aktive Stadt“ zum Anlass, eine Zwischenbilanz zum Stadtentwicklungsdialog Hannover City 2020 zu ziehen und Erwartungen an den sich anschließenden städtebaulich-landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb zu formulieren.

„Mit dem gestrigen letzten Innenstadtforum im Sprengel Museum unter dem Motto „Die aktive Stadt“ ist ein einmaliger und inzwischen auch bundesweit beachteter Prozess der Bürgerbeteiligung zur Innenstadtentwicklung erfolgreich abgeschlossen worden“, erklärt Michael Dette, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und baupolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion. „Jeweils ca. 800 interessierte BürgerInnen in den vier Diskussionsveranstaltungen im Herbst 2008 und mehr als 600 Diskutierende in den drei Innenstadtforen in diesem Jahr, zeigen eindrucksvoll welch großes Interesse in der hannoverschen Stadtöffentlichkeit das Projekt Hannover City 2020 gefunden hat“, freut sich Thomas Herman, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und baupolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion.

„Möglich wurde diese gelungene Beteiligung der Öffentlichkeit beim Projekt Hannover City 2020 trotz geringer Mittel vor allem auch durch das große Engagement der drei ehrenamtlichen Mentoren Hans Werner Dannowski, Jürgen Eppinger und Prof. Rolf Wernstedt und der Stadtverwaltung, denen wir an dieser Stelle herzlich danken wollen“, so Hermann und Dette.

Hermann und Dette: „Wir sind nun gespannt auf den internationalen Wettbewerb und die Einbeziehung der Öffentlichkeit in das Auswahlverfahren“.

Die in den Expertenrunden und öffentlichen Innenstadtforen herausgearbeiteten vier zentralen Interventionsorte Klagesmarkt, Marstall/Steintor, Köbelinger Markt und Hohes Ufer/Leibnizufer finden dabei die volle Unterstützung der beiden Ratsfraktionen.

  • Im Bereich Klagesmarkt, Nikolaifriedhof, Christuskirche soll mit einer partiellen (Wohn-) Bebauung die angrenzenden bisher isolierten Quartiere besser verknüpft werden.
  • Im Bereich Marstall/Steintor geht es um eine bauliche Verdichtung, wobei für den Steintor-Platz bereits Wettbewerbsergebnisse vorliegen.
  • Beim Bereich Köbelinger Markt, Friedrichswall, Trammplatz, Aegidientorplatz soll ein neues Wohnquartier in der City entstehen und durch Rückbau überdimensionierter Verkehrsflächen am Friedrichswall das Neue Ratshaus zukünftig besser an die Innenstadt angebunden werden.
  • Im Bereich Hohes Ufer/Leibnizufer, Friederikenplatz/Waterlooplatz geht es um die evtl. bauliche Verknüpfung der Altstadt und der Calenberger Neustadt und zugleich um die Herstellung einer Verbindung zwischen den großen Freiräumen Maschsee/Maschpark und den Herrenhäuser Gärten durch Rückbau der Verkehrsspuren des Cityringes. Hier ist es Rot-Grün wichtig, dass auch die Karmaschstraße mit dem geplanten Landtagsneubau, dem Platz der Göttinger Sieben und der Flusswasserkunst im Wettbewerb berücksichtigt wird.

Aus Sicht der Ratsfraktionen von SPD und Grünen sollten in dem anstehenden städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerb auch übergeordnete Themen wie die Aufenthaltsqualität in der City, die Akzeptanz sozialer Randgruppen, Wohnen nicht nur für Wohlhabende und die Innenstadt als Ort für Kultur und Events einfließen. Dabei sind die verschiedenen Verwaltungsfachbereiche am Projekt City 2020 zu beteiligen. Für Rot-Grün ist es von zentraler Bedeutung, dass beim Innenstadtkonzept Hannover City 2020 die Interessen und Erwartungshaltungen der verschiedensten und unterschiedlichsten NutzerInnen und AkteurInnen (Einzelhandel, Konsumenten, Arbeitnehmer, Bewohner, Flanierende, Kinder und Jugendliche, soziale Randgruppen) Berücksichtigung finden.

Als spannendes und sehr weitreichendes Experiment bezeichnen Hermann und Dette den öffentlichen Dialog nach der ersten Phase des zweistufigen Wettbewerbs: „Hannover geht hier neue und öffentlich-transparente Wege in der Stadtplanung. Das ist mutig und zukunftsweisend! Wir wollen, dass die Ergebnisse des Wettbewerbs, die dem Rat und der Stadtöffentlichkeit 2011 vorgestellt werden, auch umgesetzt werden.“