Ganztagsschule: Maßstab muss der Output für die Kinder sein

 

<b>Die gestrige Diskussionsveranstaltung der SPD-Ratsfraktion „Gute Bildung braucht mehr - ganztags und gemeinsam in die Zukunft“ in der IGS Linden machte wieder einmal deutlich, dass vor allem die Qualitätsfrage in der Ganztagsschule ein aktuelles und dringend zu klärendes Thema ist.</b>

Die Skepsis der Elternschaft gegenüber der Frühauslese im dreigliedrigen Schulsystem nimmt immer stärker zu, dies wurde auch in dem Impulsreferat von Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung deutlich. „Eine Antwort hierauf kann langfristig nur die gebundene Ganztagsschule sein“, ist Michael Klie, schulpolitischer Sprecher der SPD Ratsfraktion, überzeugt.

Neben Michael Klie beteiligten sich an der von Edelgard Bulmahn, MdB, moderierten Podiumsdiskussion Dirk von der Osten, AWO Region Hannover, Beatrix Albrecht, Rektorin der Albert-Schweitzer-Schule Hannover sowie Nils Johannsen vom Bündnis „Neue IGS jetzt!“. Einhellig wurde die Position vertreten, dass vor allem dafür gesorgt werden muss, dass die Qualitätsstandards der Ganztagsschule ausgebaut werden und eine Verlässlichkeit geschaffen wird. Diese darf nicht nur, wie zur Zeit oft noch der Fall, nur eine dreitägige Ganztagsbetreuung beinhalten, sondern muss im Sinne von Vereinbarkeit von Familie und Beruf alle fünf Tage der Woche abdecken, inklusive einer verlässlichen Ferienbetreuung. Diese Meinung bekräftigte auch Stefan Politze, Mitglied des Kultusausschusses des Landtages.

Das niedersächsische Gesamtschulgesetz, bildet nach Meinung des Podiums keine Grundlage für eine gebundene Ganztagsschule, die die notwendigen
Qualitätsstandards aufweist. In der Diskussion im Plenum wurde nochmals deutlich, dass es zwar auf dem Papier möglich sei neue Gesamtschulen zu errichten, jedoch die Rahmenbedingungen der niedersächsischen Landesregierung so eng gestrickt seien, dass es gerade im ländlichen Raum fast unmöglich ist neue Gesamtschulen zu errichten.

Marlis Drevermann, Schul- und Kulturdezernentin der LH Hannover erklärte, dass die Stadt dafür Sorge tragen werde, neben der neuen IGS in Stöcken noch zwei weitere integrierte Gesamtschulen einzurichten. Maßgeblich dürften, so Drevermann, nur die Ergebnisse der Elternbefragung und der dadurch dokumentierte Elternwille sein.

Thema auf dieser Veranstaltung war natürlich auch die Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der SPD Landtagsfraktion, die die Neugründung von Gesamtschulen weiterhin behindert.

„Es kann für eine Demokratie nichts Besseres geben, als gut ausgebildete Bürger“, resümierte Dr. Rösner und traf damit den Nerv der Veranstaltung. Gute Bildung ist für unsere Gesellschaft unabdingbar und diese ist, seit PISA eine Binsenweisheit, durch eine ganztägige Betreuung an Gesamtschulen zu gewährleisten.