SPD-Ratsfraktion fordert „Leitbild Fahrradverkehr“

Thomas Hermann
 

Die SPD-Ratsfraktion will die Verwaltung beauftragen, ein Leitbild zum Fahrradverkehr in Hannover zu entwerfen und dem Rat zur Beschlussfassung vorzulegen. „Zur Entwicklung und Umsetzung des Leitbildes schlagen wir vor, eine Kommission Fahrradverkehr einzurichten, in der neben ADFC, Fuß e.V., VCD, BiU, ADAC, Unfallforschung, Polizei sowie Üstra auch je eine politische Vertretung aus den Ratsfraktionen mit am Tisch sitzt“, erläutert Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD.

In der vor kurzem stattgefundenen Anhörung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses zur Situation des Fahrradverkehrs in Hannover sei, so Hermann, die Einrichtung eines Beirates sowie die Aufstellung eines Leitbildes empfohlen worden, um eine qualitative Verbesserung und Stärkung des Radverkehrs in der Landeshauptstadt zu erreichen.

Als Ziele für das Leitbild wollen die Sozialdemokraten insbesondere zwei Aspekte vorrangig berücksichtigt wissen: Mit geeigneten Maßnahmen soll die Zahl der Unfälle in den nächsten 10 Jahren halbiert werden. Zudem ist der Anteil des Radverkehrs am Modal Split im gleichen Zeitraum von derzeit 18% auf 25 % zu steigern. „Angesichts der steigenden Spritpreise können wir schon jetzt in der Bevölkerung ein spürbares Umsteigen auf das Fahrrad oder den ÖPNV feststellen“, so Hermann.

Weitere Anregungen für Verbesserungen im Rahmen der Konzepterarbeitung fordert die SPD-Ratsfraktion beispielsweise für Fahrradabstellanlagen vor den Häusern, Beseitigung der Lücken im Radwegesystem für Berufspendler, Steigerung der Freizeitnutzung, Radwegenetz optimieren, Radwegereinigung, Winterdienst, Baustellenmanagement, Fahrradparkhäuser, Umsteigebeziehungen zum ÖPNV, Kommunikation der Maßnahmen über Internet.

Das Leitbild soll sich zudem auch an Dritte richten, den Fahrradverkehr in Hannover mit flankierenden Maßnahmen zu unterstützen. Dazu gehört unter anderem der Appell an Unternehmen, aktiv für die Aktionswochen „Mit dem Rad zur Arbeit“ bei den Beschäftigten zu werben oder - falls noch nicht vorhanden - in ihren Firmengebäuden Duschen und Umkleiden für die Fahrrad fahrende Belegschaft einzurichten.